Aufmerksamkeitsstörungen (ADS / ADHS)
Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) ist eine bereits im Kindesalter
auftretende Störung. Man beobachtet sie vor allem bei Beschäftigungen,
die Denkfähigkeiten im umfassenden Sinn erfordern, meist also im schulischen
Kontext oder bei Tätigkeiten wie Hausaufgaben.
Die Kinder, etwa 6 Prozent sind betroffen, zeigen sich leicht ablenkbar,
ignorieren Erklärungen und wechseln oft von einer Tätigkeit zur anderen,
noch bevor die einzelne Handlung hinreichend durchdacht ist. Darüber
hinaus imponieren geringes Durchhaltevermögen und leicht aufbrausende
Verhaltensweisen. Häufig tritt die Symptomatik in Verbindung mit
ausgeprägter motorischer Unruhe auf, man spricht dann vom Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndom
(ADHS).
Der Schweregrad ist individuell sehr unterschiedlich.
Dies alles hat nichts mit falscher Erziehung, fehlender Einsicht, bösem Willen oder mangelnder Begabung zu tun. Es ist vielmehr eine Schwäche, Gedanken und Impulse zurückzuhalten sowie diese zu überprüfen und zu beherrschen.
Psychische Folgeprobleme
Kinder mit unbehandelten Aufmerksamkeitsstörungen stehen nachweislich unter einem erheblichen Leidensdruck. Schulisches Versagen, negative Auswirkungen auf soziale Beziehungen und sekundäre psychische Auffälligkeiten sind häufig beschriebene Phänomene.
Diagnostik
Die Diagnose von Aufmerksamkeitstörungen stützt sich auf Informationen aus unterschiedlichen Quellen. Einen spezifischen ADS-Test gibt es nicht. Zur grundlegenden Diagnostik gehören daher die eingehende Verhaltens- beobachtung in Situationen, die für den Alltag des Kindes typisch sind sowie die Befragung der Betroffenen und der Eltern. Des Weiteren werden mit Hilfe spezieller Fragebögen gezielte Informationen über das gesamte schulisch-soziale Umfeld eingeholt. Ein grundlegende Voraussetzung für die Diagnose ADS / ADHS ist, dass spezifische Symptome mindestens seit einem halben Jahr vorliegen müssen und erstmals bereits vor dem siebten Lebensjahr auftraten.
Integrative Therapie
Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom werden in der Pädagogischen
Praxis von einem Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten behandelt.
Zentrale Prämisse der Psychotherapie von ADS und ADHS ist es, die unterschiedlich
vorhandenen Möglichkeiten der Betroffenen auszuschöpfen, soziale Kompetenzen
auszubauen sowie emotionale Schwierigkeiten zu mindern.
Integrative Behandlungen beinhalten Erziehungsberatung sowie verhaltens-
gesprächs- und spieltherapeutische Maßnahmen.
Störungsbezogene Ziele sind:
- Steigerung der Selbststeuerungsfähigkeit
- Erweiterung der Aufmerksamkeitsleistung
- Verringerung von Ablenkbarkeit
- Verlängerung der Konzentrationsdauer - Verbesserung der Impulskontrolle.
Eine die pädagogisch-psychologische Maßnahmen begleitende medikamentöse Behandlung gehört in die Hand eines Facharztes, der fundierte Erfahrungen mit den zur Verfügung stehenden Medikamenten (Stimulanzien) besitzt.
