Pädagogische Praxis Michael Grüb in Würzburg | Erziehungsberatung - Testuntersuchung - Legastheniebehandlung - Dyskalkulietherapie
 

Michael Grüb mit Kindern in der Pädagogischen Praxis

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Legasthenie wächst sich nachweislich nicht von selbst aus.






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Teilleistungsstörungen

Legasthenie

Im Hinblick auf familiäre Häufungen legasthener Fälle geht man heute in der Wissenschaft vorwiegend von genetischer Bedingtheit aus. Lese-Rechtschreibstörungen beruhen vornehmlich auf Entwicklungsstörungen der Hör-Wahrnehmung und Hör-Verarbeitung des gesprochenen Wortes.

Verwechslungen klangverwandter Laute (/b/-/p/, /d/-/t/, /g/-/k/ etc.) sollte man daher nicht vorschnell als Dialektfehler verharmlosen. Meist sind legasthene Kinder nicht bzw. nur unzureichend in der Lage, feine Klangunterschiede (z.B.: /i/-/ie/) herauszuhören.

 

Psychische Konsequenzen

Legasthenie ist nicht gleichzusetzen mit einer psychischen Störung. In der Folge lang andauernder Überforderung reagieren jedoch zahlreiche Kinder und Jugendliche mit Selbstwertproblemen. Obwohl sie sich bemühen, stellt sich der erhoffte Erfolg ausgerechnet im Kernfach Deutsch nicht oder nur unzureichend ein. Folgen können beispielsweise sein: Stimmungsschwankungen, Frustration, Abneigung gegenüber der Schule, Prüfungs- und Leistungsängste, Konzentrations- schwächen oder Anstrengungsvermeidung.

In vielen Familien sind chronische Hausaufgabenkonflikte die Regel. Die Eltern stehen nämlich den Schwierigkeiten ihrer Kinder meist einfach hilflos gegenüber und reagieren daher häufig unangemessen. Die Kinder wiederum fühlen sich missverstanden und beantworten die Hilflosigkeit seitens der Eltern mit zunehmender Verweigerung. Das Lern-Leistungs-Verhalten ist bei einem Großteil der Legastheniker auffällig.

Bei lese-rechtschriftlichen Teilleistungsdefiziten handelt es sich also um ein Störungsbild, das wesentlich die persönliche, emotionale und soziale Entwicklung vieler Kinder und Jugendlicher beeinflusst.

In der Folge unbehandelter Ausfälle des Lesens und / oder Rechtschreibens drohen in zahlreichen Fällen psycho-soziale Anpassungsschwierig- keiten:

  • Im familiären Kontext wird unter bestimmten Umständen das Grundbedürfnis des Kindes nach Eingebundensein in die häusliche Gemeinschaft gestört, was wiederum die Eltern-Kind-Beziehung nachhaltig beeinträchtigen kann.
  • Im sozialen Bereich besteht die Problematik möglicherweise im Verlust des persönlichen Ansehens.
  • Auf schulischer Ebene können schließlich das Lehrer-Schüler-Verhältnis und die Beziehungen zu den Mitschülern starken Belastungen ausgesetzt sein.

Legasthenie wächst sich nicht von selbst aus. Untersuchungen beweisen, dass etwa vier Prozent der jungen Erwachsenen lediglich über Rechtschreibkenntnisse von durchschnittlichen Viertklässlern verfügen.

 

Diagnostik

Testuntersuchungen eventuell bestehender Lese- Rechtschreibstörungen sollten möglichst frühzeitig stattfinden, also nicht erst dann, wenn das Kind bereits "in den Brunnen gefallen" ist, sondern

  • wenn bereits in der 1. Klasse beim Erlernen des Lesens und /oder Schreibens größere Schwierigkeiten auftauchen
  • wenn (ungeübte) Diktate deutlich mehr Fehler aufweisen als Nachschriften und
  • wenn trotz regelmäßigen Übens die Probleme über einen Zeitraum von mehreren Monaten andauern.

Besonders in den Fällen, in denen die möglicherweise bestehenden Teilleistungsdefizite mit so genannten Neurotisierungstendenzen (z.B. deutliche Leseunlust, Abneigung gegenüber der Schule, Leistungs- und Prüfungsangst) einhergehen oder sogar von psycho-somatischen Beschwerden (z.B. Schulbauchschmerzen, Ein- und Durchschlafstörungen) begleitet werden, ist unbedingt eine Abklärung anzuraten.

Durch entsprechende Verfahren soll abgetestet werden, ob tatsächlich eine Legasthenie im Sinne einer schweren Beeinträchtigung des Lese- und / oder Rechtschreibprozesses vorliegt (Entwicklungs- störung) oder ob eher Auffälligkeiten im Sinne einer schriftsprachlichen Schwäche imponieren (vgl. auch Bekannt- machungen des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 16.11.1999).

 

Integrative Therapie

Im Zentrum der diagnostischen, therapeutischen und beratenden Tätigkeit in der Pädagogischen Praxis steht die Einsicht, dass die isolierte Lese-Rechtschreibstörung kein bleibender Defekt ist, der lediglich einen Umgang mit der "Krankheit" zulässt.
Alle Maßnahmen werden auf die Gesamtpersönlichkeit des Kindes bezogen. Ziel ist der schrittweise Abbau der individuellen legasthenen Defizite (gezielte Therapie der Hör-Wahrnehmung) und der damit einhergehenden psychischen Schwierigkeiten. Beabsichtigt wird sowohl die Verbesserung der Lese-Rechtschreib-Kompetenz als auch die Entwicklung eines altersentsprechenden Selbstbewusstseins. Auf diese Weise soll den Heranwachsenden die ihnen begabungsgemäß zustehende gesellschaftliche Eingliederung ermöglicht werden. Neben der Arbeit mit dem Kind bzw. mit dem Jugendlichen wird daher in der Therapie besonderer Wert auf den Einbezug des engeren und weiteren sozialen Umfeldes (Elternhaus, Schule etc.) gelegt.

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